Pflanze des Monats August 2015: Die Malve
(Malva sylvestris L. und Malva neglecta Wallr.)

Geschichte:

Die Malve war bereits im Altertum eine geschätzte Arznei- und Gemüsepflanze. Die antiken Ärzte verwendeten den Pflanzenschleim als inneren Schutz gegen Gifte oder als Umschlag bei Wunden. Im Mittelalter erklärt Odo Magdunensis in seinem >Macer floridus< den Namen Malve als eine Verbindung der lateinischen Wörter mollire (erweichen) und alvus (Bauch) und kennzeichnet sie damit als Abführmittel. Darüber hinaus wurde sie bei Schwindsucht, Milchmangel, Fieber und Augengeschwüren verwendet.

Malve - Pflanze des Monats August 2015 bei der IG Wild(e)Kräuter

Pflanzenbeschreibung:

Die Wilde Malve (Malva sylvestris) ist mit einer spindelförmigen Wurzel im Boden verankert. Aus dieser Wurzel entspringen mehrere ästige, rauhhaarige Stengel; sie kommen  aufrecht  aufsteigend oder niederliegend vor und tragen langgestielte, meist fünflappige Blätter, die beiderseits behaart und am Rand gekerbt sind. In den Blattachseln entspringen lange, ebenfalls behaarte Blütenstiele, die am Ende bläuliche bis rosarote Blüten tragen. Die 5 Kronblätter sind tief ausgerandet und mit 3 dunklen Längsstreifen versehen. Blütezeit Juni bis August.

Herkunft und Anbau:

Als Heilpflanze gelten die rosa bis weiß blühende Weg-Malve (Malva neglecta) und die größere Wilde Malve (Malva sylvestris) mit dunkelvioletten bis weißen Blüten. Sie gehören  zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae) und sind fast weltweit verbreitet.

Verwendete Teile und Inhaltsstoffe:

In der Heilkunde werden Blüten und Blätter der Wilden  Malve und die Blätter der Weg-Malve verwendet. Wichtigste Wirkstoffe sind die reizlindernden und hustenstillenden Schleimstoffe.

Anwendungsgebiete:

Wissenschaftlich anerkannt ist die  Anwendung von Malvenblättern bei  Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundenem Reizhusten. In der Erfahrungsheilkunde hat sich der innerliche Einsatz bei leichtem Durchfall und Reizmagen sowie die äußerliche Anwendung zur Behandlung von Wunden bewährt.

Anwendungsform und Dosierung:

Malvenblätter und –blüten werden als Tee zubereitet, der abgekühlt bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum zum Gurgeln und Spülen verwendet wird. Malventee selbst empfiehlt sich bei Magenbeschwerden. Die Tagesdosis der Blätter und Blüten beträgt jeweils fünf Gramm.

Als Hustentee empfiehlt sich eine Mischung aus gleichen Teilen  Malve und Schlüsselblumenwurzel. Diese mild wirkende Teemischung ist auch für Kinder sehr gut geeignet. Gegenanzeigen und Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

So wird die Teemischung bereitet:

• 2 Teelöffel der Mischung werden mit ¼ l kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht
• 2 bis 3mal täglich 1 Tasse Tee ist die richtige Dosierung

Vorgestellt von Anni Brandmair


Quellennachweis:
- Handbuch der Kloster-Heilkunde Teil 1 von Dr. Johannes Gottfried Mayer, Dr. med. Bernhard Uehleke, Pater Kilian Saum OSB
- Das große Buch der Heilpflanzen von Apotheker M. Pahlow

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