Weihrauch (Olibanum Boswellia Sacra)

Gewinnung: Durch Anschneiden an Stamm und Ästen wird eine klebrig-milchige Flüssigkeit gewonnen, aus der durch Trocknung an der Luft das Weihrauchharz entsteht. Weihrauch besteht aus einem Gemisch aus ätherischen Ölen, Harzen, Schleim und Proteinen, deren Mengen artabhängig schwanken. Der Anteil an reinem Harz beträgt etwa 50 – 70%.

Weihrauchharz

Weihrauchharz

Weihrauch war schon bei den alten Ägyptern für kultische Zwecke, bei der Mumifizierung herausragender und vermögender Personen und in begüteteren  Kreisen im Alltag als aromatisches, desinfizierendes und entzündungshemmendes Räuchermittel in Gebrauch.

Bis heute wird Weihrauch in verschiedenen Religionen bei Kulthandlungen als Symbol der Verehrung Gottes verwendet. Weihrauch gehörte neben Gold und Myrrhe zu den Gaben der Heiligen Drei Könige. Daraus entstand der Brauch, dass Kinder (Sternsinger) am Dreikönigstag, dem 6. Januar, von Haus zu Haus gehen, den Segen C+M+B (Christus mansionem benedicat, Christus segne dieses Haus) für das neue Jahr an die Tür schreiben  und mit Weihrauch räuchern. 
Manche Haus- und Hofbesitzer erinnern sich auch noch an den alten Brauch und  gehen am Dreikönigstag oder am Abend davor mit einem Räuchergefäß durch  Haus, Wirtschaftsgebäude und Ställe. Dazu wird Weihwasser gesprengt und das  „Vaterunser“ gebetet, um Krankheit und Unglück fernzuhalten.

Weihrauch zu Heilzwecken: Schon Hippokrates und auch Hildegard von Bingen verwendeten Weihrauchharz bei Entzündungen, für Salben gegen Schuppenflechte und Warzen. Auch wurde es zum  Reinigen und Desinfizieren von Wunden eingesetzt und bei Bronchitis sollte das heilsame Harz über heiße Dämpfe inhaliert werden.

Bis heute wird es z.B. in der indischen Naturheilkunde Ayurveda verwendet. Weihrauchtinktur und verschiedene andere Zubereitungen sind in Apotheken erhältlich. Wissen sollte man jedoch, dass bisher durchgeführte klinische Studien für eine Zulassung von Weihrauch als Arzneimittel in Deutschland nicht ausreichten.

Zu bedenken ist auch, dass der geringe Bestand an Weihrauchbäumen durch eine  immer größer werdende Nachfrage bedroht ist. 

Betrachten wir deshalb den Weihrauch als Kostbarkeit, wie seinerzeit die Heiligen Drei Könige und räuchern achtsam und sparsam.

Marianne Metz-Mösl

Quellen: Wikipedia, Gesundheit aus dem Kloster, J. Pausch, G. Böhm, Die Heilkunde der Hildegard von Bingen.

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